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{{Infobox Gemeinde in Deutschland
|Art = Stadt
|Wappen = DEU Huerth COA.svg
|Breitengrad = 50/52/10/N
|Längengrad = 06/51/55/E
|Lageplan = Hürth in BM.svg
|Bundesland = Nordrhein-Westfalen
|Regierungsbezirk = Köln
|Kreis = Rhein-Erft-Kreis
|Höhe = 90
|PLZ = 50354
|Vorwahl = 02233
|Gemeindeschlüssel = 05362028
|LOCODE = DE HUE
|Gliederung = 12 Stadtteile
|Straße = Friedrich-Ebert-Straße 40
|Website = www.huerth.de
|Bürgermeister = Dirk Breuer
|Partei = CDU
}}

'''Hürth''' ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Erft-Kreis, Regierungsbezirk Köln, Nordrhein-Westfalen. Der Ort verdankt seine Entstehung der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung der Region durch die Erschließung der Braunkohlevorkommen im Rheinischen Braunkohlerevier zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts, die 1930 den Zusammenschluss seiner Ortsteile zu einer Großgemeinde erforderlich machte. Seine heutige Bedeutung als Standort für die Chemische Industrie, Dienstleistungen und Massenmedien, verdankt die Stadt einer gelungenen Restrukturierung und Wirtschaftsförderung nach Auslaufen des Kohleabbaus 1988.

Geographie

Hürth grenzt südwestlich direkt an Köln und liegt am Nordost-Hang der Ville, eines Teils des Naturparks Rheinland. Das Stadtgebiet gliedert sich in drei Landschaftsräume:

  • die fruchtbare Ebene der Kölner Bucht (überwiegend landwirtschaftlich genutzt und teilweise großflächig besiedelt)
  • den Villehang, das Vorgebirge (teils dicht besiedelt, teils noch sehr landwirtschaftlich, vor allem durch Gemüseanbau geprägt, insbesondere bei Fischenich und Kendenich)
  • die Ville (dünn besiedelt, meist mit Wald bedecktes rekultiviertes Gelände des ehemaligen Braunkohleabbaus)

Die höchste Erhebung in Hürth ist mit 155 Metern die Wilhelmshöhe, eine Abraumhalde in der Berrenrather Börde.

Stadtbezirke und Beschreibung

Die zwölf Stadtteile werden in neun Stadtbezirke zusammengefasst.

  • Alt-Hürth und Knapsack (7.265 und 151 Einwohner)
    Der größte Teil Knapsacks wurde aus Umweltgründen in den 1970er-Jahren umgesiedelt. Der namensgebende und ehemals zentrale Ortsteil der Stadt Hürth wurde 1979 in Alt-Hürth umbenannt.
  • Berrenrath (3.278)
    Berrenrath wurde (bis auf eine Werkssiedlung) geschlossen bis 1959 in eine rekultivierte Braunkohlengrube umgesiedelt.
  • Gleuel (6.558)
    Der alte Burg-, Mühlen- und Kirchort ist stark durch den Ausbau mit Bergmannssiedlungen geprägt.
  • Alstädten-Burbach (3.795)
    Die beiden Orte sind mittlerweile politisch und räumlich zusammengewachsen und werden als Einheit gesehen.
  • Stotzheim und Sielsdorf (1.776 und 379)
    Stotzheim und Sielsdorf sind außer dem fast gänzlich umgesiedelten Knapsack die kleinsten Orte der Stadt. Stotzheim wird auch Stiefmütterchendorf genannt.
  • Efferen (12.769)
    Der Ort grenzt, durch den Kölner Grüngürtel getrennt, an Köln. 1975 bestanden Pläne, den nach Köln orientierten Ort dorthin einzugemeinden. Beachtenswert ist das Studentendorf Efferen der Universität zu Köln und das Medienviertel, errichtet auf dem Gelände einer Ziegelei beziehungsweise einer Industriebrache.
  • Fischenich (5.026)
    hat große Höfe am unteren Villehang und viele kleine ehemalige Bauern- und Bergarbeiterkotten den Hang hinauf.
  • Kendenich (3.089)
    gleicht Fischenich. Die Burg Kendenich ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
  • Hermülheim und Kalscheuren (15.499 und 630)
    Hermülheim war mit dem ehemaligen Rathaus an der Luxemburger Straße das politische Zentrum der Gemeinde. Mit ''Hürth-Mitte'', das zu Hermülheim gehört, wurde ein neues Stadtzentrum geschaffen. Kalscheuren sollte als Wohngebiet ausgebaut werden, ist jedoch heute vorwiegend als Industrie-, Gewerbe- und Medienstandort ausgewiesen. Die aus der August Wegelin AG hervorgegangene ''Schwätz'', das DEGUSSA-Rußwerk, gehört zu Köln-Rodenkirchen.

Fließgewässer

Folgende Bäche fließen in Hürth:

  • Der Duffesbach, der bei Knapsack entspringt und über Alt-Hürth und Hermülheim meist kanalisiert, begleitet vom Römerkanal-Wanderweg, durch Efferen und den Kölner Grüngürtel nach Köln fließt und dort in den Rhein mündet. Gespeist wird er heute unter anderem durch geklärte Abwässer der Knapsacker Werke. In Teilbereichen bei Knapsack, (Alt-)Hürth und zwischen dem Hermülheimer Burgpark und Efferen sowie im Grüngürtel verläuft er oberirdisch. In früheren Zeiten versickerte der Bach zwischen Efferen und Höningen im Bereich der heutigen Kiesgruben. Um die Wassernutzung gab es regelmäßig Streit zwischen den Anliegergemeinden. Bekannt ist vor allem der ?Hürther Krieg? 1560 zwischen der Stadt Köln und dem Hürther Burgherren, der eine Kölner Verhandlungsdelegation kurzerhand einsperren ließ. Daraufhin stellten die Kölner einen etwa 1000 Mann starken Trupp auf, vor dem der Hürther Burgherr kampflos kapitulierte.

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 Huert-Teichgewaesser-Weiler-Bach-012.jpg|Teichgewässer des Weiler Baches, Ortsrand Fischenich
 Huerth-Efferen-Duffesbach-012.JPG|Duffesbach, Ortsausgang an der Grenze zu Köln
 Huerth-SielsdorfPA250017.JPG|Gleueler Bach bei Sielsdorf
 Karte-Tranchot-1807-B81.jpg|[[Topographische Aufnahme der Rheinlande]], [[Jean Joseph Tranchot|Tranchot]] / [[Karl von Müffling genannt Weiß|Müffling]], Anfang 19. Jahrhundert, Verlauf des [[Burbacher Bach|Burbaches]]

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  • Der Burbach (oder Bornbach), der heute beim Kloster Burbach entspringt (früher bei Berrenrath), durch Burbach in Richtung Stotzheim fließt (ab dort dann Stotzheimer Bach heißt), um unterhalb von Efferen in den Duffesbach zu münden. Innerhalb Alstädten-Burbachs kennzeichnet sein Verlauf die Grenze zwischen Alstädten und Burbach. Bis Stotzheim fließt er renaturiert offen.
  • Der Gleueler Bach, der bei Berrenrath entspringt (früher an den Sieben Sprüngen) und durch Gleuel und Sielsdorf bis zum südlichen Randkanal fließt. Er verläuft weitgehend oberirdisch und renaturiert. Früher lief der Gleueler Bach bis Kriel, wo er in einen Teich floss und dabei langsam in den Untergrund versickerte.
  • Der Weiler Bach, der vom Weiler Hof an Fischenich vorbei in Richtung Meschenich fließt.
  • Der Kendenicher Bach und die Flurflosse, die zwischen Fischenich und Kendenich den Villehang herunterlaufen, führen heute nicht immer Wasser.

Alle Bäche versickerten früher bei normaler Wasserführung im Schotter der Mittelterrasse des Rheins. Da die Wasserführung durch die stark wasserhaltige Braunkohle im Quellgebiet und das Gefälle des Villehanges zumindest gelegentlich zum Betrieb von Mühlen ausreichte, waren 16 Mühlen im Raum Hürth an den drei erstgenannten Bächen angelegt.

Die Römer fassten für die Wasserversorgung der späteren Stadt Köln den Duffesbach, Burbach und Gleueler Bach sowie einige Quellsprünge aus Bachem im Bereich des heutigen Hermülheimer Burgparks zusammen, die römischen Wasserleitungen in Hürth, und führten sie bis Köln weiter. Als das römische Köln eine etwa 8?m hohe Stadtmauer bekam, wurde diese Leitung höher gelegt und als Aquädukt über die Mauer geführt. In diese ?Hürther Leitung? wurde im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt die Eifelwasserleitung eingeleitet. Im Mittelalter wurde dies zugeführte Wasser auch nach dem Verfall des Aquäduktes in Köln für Handwerk und Gewerbe benutzt (Blaubach, Rotgerberbach etc.).

Braunkohle

Die Braunkohle im Rheinischen Braunkohlerevier war lange prägend für das Gebiet der Stadt. Etwa ein Drittel der Stadtfläche, beinahe der gesamte Villerücken, wurde nach und nach abgebaggert. Heute finden sich dort zahlreiche Naherholungsgebiete und neu aufgeforstete Wälder. Die Weiler Aldenrath und Ursfeld verschwanden vollständig, die Bevölkerung wurde größtenteils in Gleuel ansässig. Die Orte Berrenrath und Knapsack wurden nahezu vollständig umgesiedelt. Knapsack wurde allerdings nicht abgebaggert, sondern aus Umweltgründen umgesiedelt.

Als Folge der , seiner Zeit das größte Europas.
 für den Kölner Haus- und Gewerbemüll sowie immer noch für Industrieschlacken genutzt. Die Namen der Gruben und die Protagonisten der Industrialisierung werden in Namen für Straßen und Seen geehrt und nicht vergessen.

Geschichte

Erste Siedlungsspuren auf Hürther Gebiet finden sich schon aus vorrömischer Zeit. Aus römischer und fränkischer Zeit existieren zahlreiche Hinterlassenschaften, am auffälligsten die Überreste der alten Eifelwasserleitung und den älteren Römischen Wasserleitungen in Hürth, welche die Wasserversorgung der Stadt Köln sicherstellten. Sie wurden ab dem Hermülheimer Burgpark als Aquädukt geführt.

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Hürth-römische-Wasserleitung-016.JPG|Alt-Hürth, römische Wasserleitung
(an der Kirche)
Huerth-Deutschherrenmuehle-Hermuelheim-1909.jpg|Namensbildend: ehemalige (1909) Deutschherrenmühle
Huert-Tranchot-1803-1820.jpg|Raum Hürth, Karte von Tranchot 1807/08
Burg-Kendenich-Lithografie.jpg|Burg Kendenich, Lithografie Sammlung Alexander Duncker
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Hürth wurde von mehreren Römerstraßen, wie der heutigen Luxemburger (die als Römerstraße Trier?Köln im Rahmen der Regionale 2010 jetzt ''Agrippa-Straße Köln-Trier'' genannt wird) und der Bonnstraße durchschnitten. Auf dem Villehang bei Kendenich und im Hürther und Gleueler Bachtal finden sich römische Siedlungsspuren, nahe Gleuel ein heiliger Bezirk. In Efferen wurde eine Grabkammer mit zwei Sarkophagen ausgegraben, die heute noch zu besichtigen ist. An der Stadtgrenze zu Brühl, nahe der ehemaligen Försterei ?Villenhaus?, befand sich der Burgus Villenhaus, ein militärischer Straßenposten. Auf der Kranzmaar nahe der Luxemburger Straße bei Knapsack lag eine fränkische Fliehburg, die im Volksmund Teufelsburg genannt wurde. In den 1970er Jahren erwarb die Firma Hoechst das Gelände und riss die vorhandenen Überreste ab. In jüngster Zeit wurden in Efferen und Hermülheim bedeutende fränkische und römische Gräberfelder freigelegt.

Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit teilte sich das Gebiet auf das Erzbistum Köln und das Herzogtum Jülich auf. Der Ortsteil Hürth (Alt-Hürth) gehörte zur Herrschaft Valkenburg in Brabant und damit zu den Spanischen, später Österreichischen Niederlanden.
Nach der Besetzung des Rheinlandes durch französische Truppen 1794 wurden die Lande 1798 zu vier Départements zusammengefasst. Unser Gebiet gehörte zum Arrondissement de Cologne (Bezirk Köln) im Département de la Roer mit Sitz in Aachen. 1800 wurden auf dem Gebiet der heutigen Stadt Hürth zwei Bürgermeistereien (französisch Mairie), Hürth im Kanton Brühl und Efferen im Kanton Weiden, gebildet. Zur Bürgermeisterei Efferen gehörte bis 1888 noch die Gemeinde Kriel, die mehrere heutige Kölner Stadtteile umfasste. Zwischen 1888 und 1920 wurden die Bürgermeistereien gemeinsam verwaltet. Bürgermeister war damals Heinrich Rosell, der dieses Amt seit 1878 schon für Hürth bekleidete. Diese gemeinsame Verwaltung nahm den späteren Zusammenschluss gewissermaßen schon mal vorweg.

Am 1. April 1930 wurden auf Initiative von Bürgermeister Werner Disse (Zentrum) die Landgemeinden der Bürgermeisterei Hürth, Hürth selbst (mit Alstädten und Knapsack), Berrenrath, Fischenich, Gleuel (mit Sielsdorf und Burbach), Hermülheim und Kendenich (mit Kalscheuren) zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen, welche durch den Braunkohleabbau die reichste in Deutschland war.

Nachdem im selben Jahr ein Versuch der Stadt Köln unter ihrem damaligen Bürgermeister Deutschlands wurde.

Auch in der Großgemeinde waren die n und Straßennamen erinnert. Auch in der Hürther Industrie wurden Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beschäftigt. Die Stadt hat nach dem Krieg einige als Zeitzeugen einladen können. Auch nach einem verunglückten Zwangsarbeiter aus Polen, Pawel Kunysz (Deutsche Reichsbahn), ist in Kalscheuren eine Straße benannt.

Durch die Nähe zur Industrie und zu Köln hatte Hürth auch im Zweiten Weltkrieg besonders zu leiden. Die Angriffe auf Knapsack am 28. Oktober 1944 (54 Personen darunter 21 russische und 6 italienische Kriegsgefangene, die nicht in die vorsorglich angelegten Bunker und Stollen mit nummerierten Plätzen gelassen wurden, dazu kamen noch 13 Personen in Alt-Hürth) und auf Efferen am 30./31. Oktober 1944 (47 Bewohner und 48 Soldaten) kosteten die meisten Menschenleben. Insgesamt kamen etwa 200 Hürther Bürger durch Bombenangriffe ums Leben. Auch die Industrie und die Brikettfabriken kamen Ende 1944 fast gänzlich zum Erliegen. Das Gebiet Hürth wurde zwischen dem 6. und 8. März 1945 besetzt.

Die leitenden Angestellten waren fast ausnahmslos in der NSDAP und wurden nach Kriegsende erst Mal nicht wieder von den Besatzungsmächten weiterbeschäftigt. Aber ohne diese ging es auch nicht, deshalb wurden viele dann nach ihrer Entnazifizierung doch wieder beschäftigt, um den Wiederaufbau, um den sich die Arbeiter besonders engagierten, und die Wiederaufnahme der Produktion zu gewährleisten.
Als erste Ortsbürgermeister wurden die katholischen Pfarrer eingesetzt (Berrenrath, Knapsack, Kendenich und Stotzheim) oder Kommunisten (Alstätten und Alt-Hürth) und Sozialdemokraten (Efferen, Fischenich, Gleuel, Hermülheim und Kalscheuren). Als Bürgermeister wurde Fritz Räcke ernannt. Auch die ersten Mitglieder des Gemeinderats wurden von der britischen Besatzungsmacht ernannt. Erste Wahlen fanden am 15. September 1946 statt, aus denen die CDU mit absoluter Mehrheit hervorging. In den Folgejahren wechselten sich CDU und SPD als Mehrheitsfraktion, die auch den ehrenamtlichen Bürgermeister stellte, ab. Gemeindedirektor war dafür stets ein Sozialdemokrat (der längst dienst tuende war Otto Räcke 1953 bis 1972).

Ein Wahrzeichen Hürths war bis in die 1970er Jahre der Wasserturm an der Kranzmaar, der dann niedergelegt wurde. Weithin sichtbar waren die ?12 Apostel?, die zwölf Schornsteine des Kraftwerk Goldenberg der ''Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerke'' auf dem Villerücken, an vier war in großen Leuchtbuchstaben der Schriftzug ''RWE'' angebracht. Sie wurden mit der Restrukturierung des Werks nach und nach abgerissen beziehungsweise Stück für Stück gekappt. Heute ist nur noch ein Stumpf erhalten, der einen Wasserturm trägt. Ein Doppelschlot erfüllt heute ihre Funktion. Eins der heute noch bestehenden Wahrzeichen ist die Wasserburg Kendenich.

Hürth war seit dem 22. November 1963 Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Köln. Das Kreishaus lag gegenüber dem neuen Rathaus. Vorher ? seit dem Jahre 1816 ? saß die Kreisverwaltung in der Stadt Köln. Als der Landkreis Köln am 1. Januar 1975 mit dem Kreis Bergheim zusammengelegt wurde, hatte der neu gebildete Erftkreis (heute Rhein-Erft-Kreis) zunächst zwei Sitze. Erst am 3. September 1993 wurde die Kreisverwaltung in Bergheim konzentriert. Längere Zeit waren beim ehemaligen Kreishaus noch Nebenstellen des Straßenverkehrsamtes und des Gesundheitsamtes untergebracht. Das Hauptgebäude wird durch eine Schlaf- und Psychosomatische Klinik, ein Alten- und Pflegeheim sowie durch ein Fitness-Zentrum genutzt.

Am 27. Juni 1978 erhielt die Gemeinde Hürth den Titel ''Stadt''.

Mit Geschichte und Kultur der Stadt beschäftigt sich der Heimat- und Kulturverein.

Kultur und Brauchtum

Die Stadt Hürth verfügt über zwei kommunale Veranstaltungsorte für kulturelle Veranstaltungen, den Löhrerhof in Alt-Hürth und das Bürgerhaus verbunden mit dem Rathaus. In der Bürgerhausgalerie oder im Löhrerhof werden Ausstellungen lokaler und regionaler Künstler gezeigt, darunter auch die Jahresausstellung des Arbeitskreises Hürther Künstler (informell seit 1980 bestehend, seit 1999 als Verein eingetragen, 2009 Kulturpreis der Stadt).

Alle zwei Jahre findet im Löhrerhof die ?Hürther Literaturnacht? statt, bei der verschiedene Autoren aus der Region aus ihren Werken lesen. Sie wurde von Carsten Sebastian Henn initiiert, dem damaligen stellvertretenden Kulturamtsleiter, Autor und Kulturpreisträger der Stadt Hürth 2005. Der Hürther Jazzclub veranstaltet jeden Herbst im Bürgerhaus seine Jazznacht, die überregionale Bedeutung hat und auch die ?Großen? der Szene anzieht. Daneben veranstaltet der Verein im ?Jazzkeller? in Gleuel regelmäßig Konzerte. Auch die sommerliche ?Kölsche Nacht? mit bekannten Kölner Liedergruppen an dem nach Otto Maigler benannten Otto-Maigler-See hat Bedeutung für den gesamten Kölner Raum. Weiterhin haben Tradition oder sollen Tradition werden der ?Hürther Musiksommer? und das gemeinsam mit dem Kreis seit 2004 veranstaltete Theaterfestival, das im Mai 2011 zum ersten Mal eine Hürther Theaternacht an verschiedenen Spielstätten, darunter dem ''Berli-Kino'' und der Burg Gleuel veranstaltete.

Eine wichtige überörtliche Veranstaltungsstätte ist das Feierabendhaus der YNCORIS GmbH (früher InfraServ Knapsack) in Knapsack, in dem außer Kultur, insbesondere Theater, auch Messen und Kongresse stattfinden.
Die Josef-Metternich Musikschule hat mehrere, auch preisgekrönte, Musiker und Ensembles.

Mit dem Berli-Kino in Berrenrath hat sich in Hürth ein Kino aus den 1950er Jahren (Denkmalschutz) erhalten, in dem jedes Wochenende aktuelle Filme gezeigt werden, Mittwochs gibt es anspruchsvolle Filme aus allen Jahrzehnten. Es wurde auch für sein anspruchsvolles Programm von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen mit Preisgeldern ausgezeichnet (2007: 2000??) Sondervorstellungen und -reihen werden regelmäßig veranstaltet, so im Sommer als Open-Air-Kino am Kloster Burbach oder im Winter im Löhrerhof in Kooperation mit dem Kulturamt.

Am Bürgerhaus veranstaltet die Hürther Musikinitiative ''Hürth Rockt'' jeden Sommer mit ?Rock am Teich? ein Festival für junge, einheimische Rockmusiker veranstaltet, wobei auch überregional bekannte Bands als Headliner kommen. Im städtischen Jugendzentrum an der Bonnstraße finden immer wieder kleinere Konzerte statt.

Der Jazzclub Hürth veranstaltet in Gleuel, im Löhrerhof und im Bürgerhaus seine Veranstaltungen, die auch überörtlich Aufmerksamkeit finden.

Das Musikcorps Rheingold Hürth-Efferen ist achtmaliger Deutscher Meister.
In Fischenich wird alljährlich ein großes Musikfest begangen, das die dortige Karnevalsgesellschaft auf dem Schulhof der Martinus-Schule ausrichtet.

Weitere Kulturorte sind noch die Corrensmühle, die Burg und die Festhalle in Gleuel.

Der Karneval wird in Hürth großgeschrieben und nimmt einen hohen Stellenwert ein. Traditionell werden in Alt-Hürth, Gleuel, Stotzheim, Hermülheim, Kalscheuren, Efferen, Fischenich, Kendenich und Berrenrath Tollitäten proklamiert, ob als Dreigestirn, Prinzenpaar oder als einzelner Prinz oder Prinzessin. In Berrenrath wird in jedem Jahr eine Prinzessin proklamiert. Die Stadt lädt in jedem Jahr zum Prinzenempfang ein, einer großen Karnevalsparty im Bürgerhaus. In den Orten finden ab dem 11. November eine Vielzahl von Veranstaltungen der zahlreichen Karnevalsvereine statt, im Efferener Burgpark dabei auch solche mit überregionaler Anziehungskraft.

Den Höhepunkt erreicht der Karneval an sechs Tagen im Februar/März. An Weiberfastnacht wird das Rathaus von den ''Jecken Weibern erstürmt''. Umzüge finden in Berrenrath am Donnerstag, in Alt-Hürth am Karnevalssamstag, in Efferen, Fischenich und Hermülheim am Karnevalssonntag, in Gleuel, Kendenich und Sielsdorf am Rosenmontag und in Alstädten-Burbach, Stotzheim und Kalscheuren am Veilchendienstag statt. Dazu kommen die Kinderzüge der Schulen und Kindergärten.

Im November werden um den Martinstag (11. November) von den Schulen und Kindergärten in jedem Stadtteil bei Einbruch der Dämmerung Umzüge mit Fackeln und selbstgebastelten Laternen veranstaltet, die von einem mit goldenen Helm und roten Mantel als St. Martin verkleideten Reiter begleitet werden. Dabei werden die traditionellen Martinslieder gesungen. Den Abschluss der Umzüge bilden die Martinsfeuer, bei denen ''St. Martin'' Weckmänner, ein Gebildebrot in Form eines Männchens mit einer Gipspfeife, an die Teilnehmer verteilt. Die Kinder ziehen danach von Haus zu Haus (sie ?rummeln?), singend, und bekommen von den Bürgern Süßigkeiten, Obst oder andere Kleinigkeiten. In den letzten Jahren beginnt, bedingt durch den massiven Zuzug auswärtiger junger Familien, die Halloweenfeier zu Allerheiligen an Stellenwert zu gewinnen, zusätzlich zum Martinsbrauch.

In manchen katholischen Familien wird der Festtag der heiligen Barbara am 4. Dezember gefeiert. Die Schutzpatronin der Bergleute erfuhr im rheinischen Kohlerevier besondere Verehrung. Die Kinder werden angehalten, am Vorabend des 6. Dezember, dem Nikolaustag, ihre Schuhe gut geputzt vor den Kamin oder die Zimmertür zu stellen. Am nächsten Morgen finden sie die Schuhe gefüllt mit Süßigkeiten und Obst vor. Bei manchen (?bösen?) Erwachsenen liegt hingegen nur ein Brikett im Schuh.

Kulturpreis der Stadt Hürth

Seit 1979 wird jedes zweite Jahr der Kulturpreis der Stadt Hürth von der Stadt Hürth vergeben.

Preisträger (Auswahl)

Konfessionen, religiöses Leben

Katholische Gemeinden

Katholische Pfarrgemeinden gibt es in jedem Stadtteil außer Sielsdorf und Knapsack. Das Patrozinium der umgesiedelten Knapsacker St.-Joseph-Gemeinde wurde von der im Kirchenzentrum von Hermülheim (Hürth-Mitte) erbauten Pfarrkirche übernommen.

Die Gemeinden sind in der Regel zu Pfarrverbänden zusammengelegt und werden dann gemeinsam von einem Seelsorge-Team aus einem verantwortlichen Pfarrer und mehreren Vikaren (pensionierten Pfarrern), Pastoralreferenten, -assistenten und Diakonen betreut. Zwei Kirchen wurden bereits profaniert. Viele der Kirchen stehen unter Denkmalschutz, so auch die 2006 profanierte St. Ursula in Kalscheuren, die von Professor Dominikus Böhm gebaut wurde. Die Orte Alstädten, Burbach, Kalscheuren, Hermülheim, Stotzheim, Berrenrath und Knapsack waren bis ins 19./frühe 20. Jahrhundert keine eigenen Pfarrgemeinden, sondern umliegenden Ortschaften zugeordnet. Für Berrenrath war dabei auch das Kloster Burbach zuständig. Die ältesten Gemeinden dürften die in Alt-Hürth, Efferen und Kendenich sein. (Zur Geschichte der Pfarreien und Kirchen siehe Ortsartikel)

Evangelische Gemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Hürth gliedert sich in drei Bezirke:
  • Bezirk I: Hürth-Mitte, Hermülheim, Alt-Hürth und Knapsack mit der Martin-Luther-King-Kirche
  • Bezirk II: Gleuel, Berrenrath, Sielsdorf, Stotzheim, Alstädten-Burbach mit der Martin-Luther-Kirche
  • Bezirk III: Efferen, Teile von Hermülheim, Kendenich, Fischenich und Kalscheuren mit der Friedenskirche

Geschichte der Evangelischen in Hürth

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Hürth nur ganz wenige evangelische Christen. Erst mit der Industrialisierung und dem massiven Zuzug von Arbeitern aus dem ganzen Deutschen Reich änderte sich das. Die Evangelischen in den einzelnen Ortsteilen wurden anfangs von Frechen für Gleuel, Burbach, Sielsdorf, Stotzheim und Berrenrath (bis 1921), Brühl (nach 1948 noch Fischenich, Hermülheim und Kalscheuren) und Köln-Lindenthal (Efferen, Stotzheim) betreut. Die ''Evangelische Kirchengemeinde Knapsack'' mit (Alt-)Hürth, Kendenich und Berrenrath wurde 1921 als Filialgemeinde von Brühl gegründet und 1948 in die Selbständigkeit entlassen. Die Gemeinde hatte Mitte der 1950er Jahre über 3200 Seelen. Aber erst seit dem 1. Januar 1957 vereinigten sich alle im Bereich der zivilen Großgemeinde Hürth ansässigen Evangelischen zu der neuen ''Evangelischen Kirchengemeinde Hürth'' mit damals insgesamt etwa 9000 Seelen. Die Gemeinde hatte nur einen Pfarrer, einen Gemeindediakon (Pastor) und einen Predigthelfer (Katechet). Die Gemeinde wurde zum 1. April 1966 wieder geteilt, der Bezirk Gleuel spaltete sich ab. Seit dem 1. Januar 2015 sind beide Gemeinden ?wiedervereinigt?.

Die erste Predigtstätte entstand in Knapsack mit (1921?1943) einem ?Holzkirchlein? am Bertrams-Jagdweg. Die 1951 an der Dr.-Kraus-Straße mit Unterstützung durch die örtliche Industrie errichtete Dankeskirche und das bereits 1926 errichtete Pfarrhaus in der Haupt-/Alleestraße wurden mit der Umsiedlung Knapsacks 1975 abgerissen. Kruzifix und Abendmahls-Geräte, Taufstein und Glocke wurden von Kendenich übernommen, die reich mit Reliefs bebilderte Holz-Kanzel tat später ihren Dienst in Hürth-Mitte. Als weitere Kirchen kamen hinzu die Friedenskirche in Efferen (1952/53), die Martin-Luther-Kirche in Gleuel (1956), in Hermülheim das Kirchenzentrum Kölnstraße mit Gemeindesaal (der zur Kirche erweitert werden sollte), Kindergarten und Pfarrwohnung (1958/59), in der seit dem Abriss der Kirche in Knapsack auch die Kirchengemeindeverwaltung unterkam, und (als Ersatz für Knapsack) die Nathan-Söderblom-Kirche in Kendenich (1973). Hier entstand mit Fischenich, Alt-Hürth und Knapsack der an Seelen kleinste (1900) aber an Ausdehnung größte Bezirk. Zuletzt kam im neuen Stadtzentrum die Martin-Luther-King-Kirche hinzu (1979). Das kleine Kirchenzentrum an der Kölnstraße, das dort im Hinblick auf eine Entwicklung der Bebauung in Richtung Kalscheuren gebaut worden war, verlor von nun an an Bedeutung. Wurde bei der Gründung der Gemeinde noch berichtet von Predigtstätten in den Schulen der übrigen Ortsteile (einmal im Monat) in Stotzheim, Fischenich/Kendenich, Kalscheuren (bis 1959) und Berrenrath (dort gab es sogar einen Kirchbauverein), so wurden diese mit abnehmendem Gottesdienstbesuch und zunehmender Mobilität der Gemeindeglieder aufgegeben. Aus letztlich finanziellen Gründen wurde am 15. Juni 2008 die Kendenicher Kirche entwidmet. Gerätschaften und Taufbecken wurden nach Hürth-Mitte überführt. Die Pfarrstelle wurde aufgehoben, der Bezirk aufgeteilt. Die Ortsteile und die Zahl der Gemeindeglieder hatten sich nicht so entwickelt, dass dies schmucke Gemeindezentrum, das noch wenige Jahre zuvor um Gemeinde- und Jugendräume erweitert worden war, aufrechterhalten werden konnte.

2011 wurde das Gemeindezentrum an der Kölnstraße aufgegeben und 2012 abgerissen. Hier entstand ein Wohn- und Verwaltungshaus der GWG-Wohnungsgesellschaft Rhein-Erft. Als Erinnerung an den Kirchsaal wurde das Glasfenster von E. O. Köpke aus der Dankeskirche in Knapsack, das im Kirchsaal eingebaut war, ins Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes übernommen. Die Tagesstätte wurde in der Nähe und unter neuer kirchennaher Trägerschaft neu und größer erbaut. Das Gemeindebüro befindet sich jetzt an der Friedenskirche.

Sonstige Gemeinden und Konfessionen

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Huerth-Hermuelheim-Neuapostolische-Kirche-004.jpg|Neuapostolische Kirche, Hermülheim
Huerth-Hermuelheim-Neuapostolische-Kirche-005.jpg|Neuapostol. Kirche, Gebetsraum
Moschee Huerth.jpg|Moschee-Alt-Hürth
?Hürth Camii?
Huerth-Denkmal-043.JPG|Gedenktafel für ehemalige Synagoge
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  • In Hermülheim (Lessingstraße) befindet sich eine Neuapostolische Kirche. Die Neuapostolische Kirchengemeinde für den Raum Hürth gründete sich 1921. Erste Gottesdienste fanden in der Küche der Geschwister Herkenrath in Berrenrath statt. Im Juli 1962 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines eigenen Kirchengebäudes in der Lessingstrasse 48, in Hürth-Hermülheim. Eingeweiht wurde die Kirche im Juni 1964. Im Jahr 2000 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Gleuel und Hermülheim zur Gemeinde Hürth. Nach dem Stand vom 1. März 2006 zählt sie 229 Mitglieder und hat 9 nebenamtliche Seelsorger.
  • An der Frechener Straße, oberhalb von Alt-Hürth, wurde am 22. Mai 2004 eine Moschee eröffnet.
  • Bis März 1939 gab es in Alt-Hürth eine Synagoge. Der Hürther Jüdische Friedhof wurde 1940 eingeebnet. Die jüdische Gemeinde der damaligen Großgemeinde Hürth wurde in der Zeit des Nationalsozialismus nahezu vollständig umgebracht oder ins Exil getrieben. (? Abschnitt bei Alt-Hürth)

Archiv und Bibliotheken

Die Stadtbücherei Hürth befindet sich im Bürgerhaus in der Friedrich-Ebert-Straße. Gegründet 1948/49 bietet sie heute über 40.000 Medien auf 807,8563?Quadratmetern.
Ein Schwerpunkt der Sammlung sind Werke zur Ausbildung und Berufswahl, sowie Bewerbungsratgeber. Die Stadtbücherei engagiert sich ebenfalls auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. In diesem Bereich wurden der Bücherei seit 2002 gesonderte Mittel zum wesentlichen Ausbau und Erweiterung ihres Bestandes zur Verfügung gestellt. Durch die jahrelange Durchführung von Kinderveranstaltungen steht die Stadtbücherei heute in engem Kontakt zu den Hürther Schulen und betreibt in dieser Kooperation aktiv Leseförderung. Die Öffnungszeiten und weitere Informationen sind auf der städtischen Homepage einzusehen. Das städtische Archiv unter professioneller Leitung eines Historikers befindet sich ebenfalls im Bürgerhaus.

Weitere öffentliche Büchereien werden von einzelnen Kirchengemeinden in den Stadtteilen betrieben. Im Jahre 1988 gab es noch zwölf solche, darunter auch zwei evangelische. Heute sind es noch vier: in Gleuel, Alstädten/Burbach, Kendenich und Efferen. Sie haben zwischen 2000 und 8000 (Efferen) Medien und kooperieren ? wie St. Maria am Brunnen in Alstädten ? mit der örtlichen Grundschule. Öffnungszeiten sind ein bis zwei Stunden am Sonntagvormittag und meist noch eine Stunde an einem Wochennachmittag.

Neu ist die ''Albert-Schweitzer-Bibliothek'' am gleichnamigen Gymnasium mit 3000 Medien, davon 1500 Sachbücher, die mit Hilfe des Fördervereins aufgebaut wurde.

Alle diese nichtstädtischen Büchereien werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut.

Die Ortsgemeinschaft betreibt in der Ortsmitte von Hermülheim, Luxemburger Straße / Hans-Böckler-Straße, einen öffentlichen Bücherschrank. Am 3.?April 2019 wurde ein weiterer offener Bücherschrank in Hürth-Efferen, Kaulardstraße 20?22, eingeweiht, der von der Firma Innogy gestiftet wurde.

Schulen

Die Wirtschaftskraft der Stadt machte es möglich, dass Hürth zum 1. April 1940 als erster Ort im Umland von Köln eine Mittelschule als erste weiterführende Schule einrichten konnte. Die Schule im Ortsteil Hermülheim zog Schüler auch von außerhalb an. Nach einem Jahr Unterbrechung 1945/1946 verließen im April 1947 14 Schüler die dann bereits Realschule benannte Einrichtung mit dem Zeugnis der Mittleren Reife, darunter auch der spätere Brühler Unternehmer und ADAC-Präsident Otto Flimm. Seit 1960 trägt die Schule den Namen ''Friedrich-Ebert-Realschule''. Gymnasiasten aus Hürth mussten entweder nach Brühl oder nach Köln-Lindenthal fahren.

1960 konnte mit dem Aufbau eines eigenen Gymnasiums, zuerst noch in Baracken an der Realschule begonnen werden. Seit 2005 hat die Schulkonferenz mit Zustimmung des Rates der Stadt für die Schule den Namen Ernst-Mach-Gymnasium Hürth gewählt. Vorher hieß die Schule Gymnasium Hürth Bonnstraße.

1974 wurde bei den Planungen für ein neues Schulzentrums an der Sudetenstraße eine Erweiterung des Schulangebotes notwendig. Ein zweites Gymnasium wurde errichtet, auch dies einzigartig für eine Mittelstadt. Seit 1991 führt das Gymnasium begründet durch großes Engagement der Schule an und für Projekte in der ''Dritten Welt'' den Namen Albert-Schweitzer-Gymnasium. 1989 führte die Schule als erste Schule in Deutschland einen bilingualen Deutsch/Spanischen Zweig ein.

Diese drei weiterführenden Schulen haben Schülerzahlen, die sie an die Grenzen ihrer Kapazität bringen. Die Gymnasien um die 1000 und die Realschule über 750.

Mit dem Schuljahr 2014/15 wurde eine erste Gesamtschule eingerichtet. Für die 2016/17 dann fünfzügige Schule wird ein Neubau im Schulzentrum Sudetenstraße errichtet. Vorläufig werden die ersten vier Parallelklassen in der Dr.-Kürten-Schule untergebracht.

Eine Gemeinschaftshauptschule gibt es in Kendenich als Ganztagsschule. Die bisherige GHS an der Sudetenstraße wurde mit Ende des Schuljahres 2013/14 aufgelöst und die restlichen Schüler in die GHS Kendenich integriert.

In der Stadt gibt es zwei Förderschulen. Die Milos-Sovak-Schule in Stotzheim mit dem Schwerpunkt Sprache wird vom Kreis unterhalten als ''Durchgangsschule'' für die Stufen 1 bis 4 mit einer Vorstufenklasse und hat überörtliche Bedeutung. Die nach Arnold Kürten benannte ''Dr.-Kürten-Schule'' hat den Schwerpunkt Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, sie bietet Primar- und Sekundarstufe I an.

In den Ortsteilen Hermülheim, Kendenich, Fischenich, Gleuel, Berrenrath und Alstädten-Burbach gibt es jeweils eine Grundschule, in Efferen und Alt-Hürth jeweils zwei. Die einzige evangelische Konfessionsschule in Hürth ist die Bodelschwinghschule in Alt-Hürth, dazu kommen mehrere katholische. Ab dem Schuljahr 2006/2007 werden alle Hürther Grundschulen in Offene Ganztagsgrundschulen umgewandelt sein.

Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, einem Internat der Diakonie Michaelshoven, leben und lernen 37 Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen Behinderung.

Die staatlichen Berufsbildenden Schulen stehen in der Trägerschaft des Rhein-Erft-Kreises. Eine von fünf Schulen an sieben Standorten ist das Goldenberg Berufskolleg in Alt-Hürth, einer Schule für Technik und Gestaltung mit Gymnasialer Oberstufe. Dort kann in Verbindung mit technischer oder gestalterischer Ausbildung eine Anzahl von allgemeinen Bildungsabschlüssen in Teil- und Vollzeit bis hin zur allgemeinen Hochschulreife erlangt werden. Das Kolleg hat als erstes im Kreis das aufwendige Zertifizierungsverfahren zur Europaschule erfolgreich durchlaufen und wurde im Februar 2010 wegen seiner internationalen Austauschprogramme mit Schulen und Betrieben in acht europäischen Ländern vom Land NRW ausgezeichnet.

Im Ortsteil Gleuel befindet sich seit 1996 das in privater Trägerschaft der Lebenshilfe NRW stehende ''Alexandra-Klausa-Berufskolleg'' für Heilerziehungspflege. Es kooperiert dort für die praktische Ausbildung unter anderem mit der angrenzenden ''Käthe Kraemer Heilpädagogische Kindertagesstätte''.

2010 wurde an der Rhein-Erft-Akademie, der Aus- und Weiterbildungseinrichtung des Chemieparks, das erste nicht öffentlich getragene Berufskolleg für den industriellen Bereich eingerichtet. Es bietet Ausbildung für Chemikanten, Industriemechaniker und -kaufleute sowie seit 2012 Elektrotechnik an. Es kann hier auch die Fachhochschulreife erworben werden. Betont wird die Verzahnung mit der betrieblichen Ausbildung.

Seit Herbst 2007 gibt es in Kooperation mit der Fachhochschule Aachen einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Prozesstechnik. Die ersten drei Semester werden in Hürth absolviert, das vierte bis siebte am Standort Jülich und das achte mit einem Abschlussprojekt im kooperierenden Unternehmen. Weitere Kooperationen bestehen mit der Europäischen Fachhochschule in Brühl und der Fachhochschule des Mittelstands, Standort Pulheim. Hürth ist dadurch, als Außenstelle, Hochschulstandort.

Die ''Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth'' in Hermülheim und die Volkshochschule des Zweckverbandes von vier Städten im Süden des Rhein-Erft-Kreises mit einem Schulgebäude, der ''Ahl Schull'', in Efferen runden das Bildungsangebot in Hürth ab.

Kindertagesstätten

In allen größeren Ortsteilen gibt es meist mehrere Kindertagesstätten verschiedener Träger. Die größeren Einrichtungen haben bis zu sechs Gruppen. Die früher vorherrschenden Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft wurden nicht vermehrt. Einige mussten von der Stadt übernommen werden. Die einzige evangelische KiTa konnte an einen anderen evangelischen Träger übergeben werden. An besonderen Einrichtungen ist die KiTa der Lebenshilfe für behinderte Kinder in Gleuel zu nennen. Seit Sommer 2011 besteht ein Waldkindergarten im Naherholungsgebiet Hürtherberg. Der privaten KiTa ''Glückskind'' in Efferen (im Malerviertel, errichtet 2010) wurde Ende 2011 ein Kinderhotel mit 6 Betten angegliedert.

Jugend

Die Stadt betreibt ein zentral gelegenes Jugendzentrum an der Bonnstraße. In den Ortsteilen gibt es meist von den katholischen Kirchengemeinden getragene Einrichtungen der ''Teiloffenen Tür'', die meist nur an wenigen Nachmittagen und nur für Jugendliche eines bestimmten Alters offenstehen. Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung ''Fischnet'' an St. Martinus in Fischenich, die sich besonders um die berufliche Eingliederung der Jugendlichen bemüht. Auch die evangelische Matthäus-Kirchengemeinde betreibt mit dem ''Kinderatelier'' in Hermülheim eine Einrichtung, die Musik-, Computer-, Kunst- und Kochkurse anbietet, die für alle Jugendlichen offen sind. Dazu kommt die kirchliche Jugendarbeit der Konfessionen.

Die in vielen Stadtteilen angelegten Bolzplätze werden nur noch sehr selten oder gar nicht genutzt. Einzig die Kinderspielplätze mit ihren Spiel- und Klettergeräten und Sandkästen werden von Eltern mit Kleinkindern angenommen. Dies gilt vor allem für die Neubaugebiete, in die viele junge Familien eingezogen sind. Entsprechende Plätze in Alt-Hürth sind dagegen eher verwaist. Die Schulhöfe sind in der Regel für Spiele nachmittags offen.
Zentraler Spielort ist die Freizeitanlage neben dem Hallenbad in Hermülheim (Hürth-Mitte). Dort stehen neben einem Kinderspielplatz, einem Basketballfeld, zwei Volleyballplätzen, einem Trampolin, sowie einer Tischtennisplatte eine Halfpipe zur Verfügung. Eine ehemalige Halle zum Skaten wurde mittlerweile aufgrund der Einsturzgefahr abgerissen.

Senioren

Seit Mai 2006 besteht ein Seniorenbeirat der Stadt, dessen 13 Mitglieder aus den Stadtteilen auf Vorschlag der ''Ortsgemeinschaften'' vom Rat ernannt werden. Seine Aufgabe ist Interessenvertretung aller Senioren gegenüber Rat und Verwaltung. Dazu gibt es in der Verwaltung eine Koordinierungsstelle für Seniorenarbeit, die Aktivitäten für Senioren unterstützt und koordiniert. Sie gibt einen Wegweiser heraus, der die Angebote für die älteren Einwohner der Vereine und Gruppierungen auflistet.

Seniorenarbeit betreiben insbesondere die Arbeiterwohlfahrt in eigenen Räumlichkeiten in den größeren Stadtteilen, die Kirchen in ihren Gemeindezentren sowie die großen Parteien. Offen für alle Senioren ist das von der Evangelischen Matthäus-Kirchengemeinde getragene Seniorennetzwerk ''Löwenzahn'' in einem zur Verfügung gestellten Haus in Hermülheim.

Politik

Stadtrat

{{Wahldiagramm
|LAND = DE
|TITEL = Kommunalwahl 2014
|TITEL2 = <small>'''Wahlbeteiligung:''' 49,19 % (2009: 54,77 %)</small>
|JAHRALT = 2009
|JAHRNEU = 2014
|GUV = ja
|PARTEI2 = CDU
|ERGEBNIS2 = 42.09
|ERGEBNISALT2 = 37.80
|PARTEI1 = SPD
|ERGEBNIS1 = 34.95
|ERGEBNISALT1 = 40.41
|PARTEI3 = GRÜNE
|ERGEBNIS3 = 10.75
|ERGEBNISALT3 = 9.68
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|ERGEBNIS5 = 3.98
|ERGEBNISALT5 = 4.19
|PARTEI6 = <abbr title="Freie Wähler Hürth">FWH</abbr>
|ERGEBNIS6 = 3.73
|ERGEBNISALT6 = 0
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|PARTEI4 = FDP
|ERGEBNIS4 = 3.35
|ERGEBNISALT4 = 7.92
|PARTEI7 = PIRATEN
|ERGEBNIS7 = 1.15
|ERGEBNISALT7 = 0
}}

Der Rat der Stadt setzt sich aus 44 Personen zusammen. Bei der Kommunalwahl am 25. Juni 2014 kam es zu folgender Verteilung der 44 Sitze im Stadtrat:

  • CDU: 18 Mitglieder (+1)
  • SPD: 15 Mitglieder (?3)
  • GRÜNE: 5 Mitglieder (+1)
  • LINKE: 2 Mitglieder (+2)
  • <abbr title="Freie Wähler Hürth">FWH</abbr>: 2 Mitglieder (±0)<ref group="A">Die Fraktion ?Freie Wähler Hürth? besteht aus ehemaligen Mitgliedern der Linken, die 2009 für diese in den Rat einzogen, sich später jedoch mit der Partei zerstritten und die Fraktion umbenannten. Beide Ratsmitglieder sind als ?Freie Wähler Hürth? 2014 wieder in den Stadtrat eingezogen.</ref>
  • FDP: 1 Mitglied (?2)
  • Piratenpartei: 1 Mitglied (+1)<ref group="A">Die Mandatsträger von FDP und Piraten gründeten eine gemeinsame Fraktion. Die Fraktionsgemeinschaft löste sich 2016 auf.</ref>

Anmerkungen:
<references group="A" />

Die FDP-Piraten Fraktion löste sich Ende 2016 auf. Die Stadtverordnete der Piraten wechselte zunächst die Partei und ist Mitglied der Grünen geworden. Die Fraktionsgemeinschaft CDU/Die Grünen in Hürth lehnte die Aufnahme des "neuen" Grünen Mitglieds in die bestehende Fraktion ab. Somit ist die Stadtverordnete Alexandra Osburg nunmehr partei- und fraktionsloses Mitglied und kann daher ihr Mandat nicht im vollen Umfang ausüben.
Der Stadtverordnete der FDP trat nach erheblichen Querelen mit der FDP in die SPD ein. Die Fraktion nahm das neue Mitglied auf. Seitdem ist die SPD-Fraktion Hürth mit 16 Mitgliedern im Hürther Stadtrat vertreten.

Aktuell setzt sich der Hürther Stadtrat aus folgenden Fraktionen bzw. fraktionslosen Mitgliedern zusammen
  • CDU-Fraktion: 18 Mitglieder
  • SPD-Fraktion: 16 Mitglieder
  • Grüne-Fraktion: 5 Mitglieder
  • Linke-Fraktion: 2 Mitglieder
  • Freie Wähler: 2 Mitglieder
  • Fraktionslose Mitglieder: 1

Nach der Kommunalwahl 2009 gab es eine Kooperation aus SPD, Grünen und FDP. Dieses Bündnis verfügte über eine Mehrheit von 25 Stimmen. Seit 2014 gibt es eine Koalition von CDU und Grünen.

Bürgermeister

Bürgermeister Walther Boecker wurde 2009 mit etwa 56 % in seinem Amt bestätigt. Zum ersten Stellvertreter des Bürgermeisters wurde Peter Prinz (CDU) und zum zweiten Stellvertreter Günter Reiners (SPD) gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 setzte sich der CDU-Kandidat Dirk Breuer mit 56,4 % der Stimmen im ersten Wahlgang durch.

Bürgermeister seit 1800:
Bürgermeister der Großgemeinde Hürth seit 1930:
Bürgermeister seit 1945:
Hauptamtliche Bürgermeister seit 1999:

Politische Entwicklung

Die SPD war lange Jahre die dominierende politische Kraft in Hürth, in den 1950er Jahren auch in enger Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Hürth galt als ?Rote Hochburg?. 1961 wurde die CDU stärkste Kraft im Rat und konnte mit Unterstützung der FDP bis 1979 mit Karl Ingenerf und Hanns Conzen die Bürgermeister stellen. Ab 1969 war die SPD zwar wieder größte Fraktion, gegenüber dem bürgerlichen Lager dennoch in der Minderheit. Zwischen 1979 und 1999 verfügte die SPD unter Bürgermeister Rudi Tonn über eine absolute Mehrheit im Stadtrat. Von 1999 bis 2004 verfügte ein schwarz-gelbes Bündnis über die Mehrheit im Rat. Seit der Kommunalwahl 2009 bestimmte eine Kooperation aus SPD (18 Mandate), Grünen (4 Mandate) und FDP (3 Mandate) die Geschicke der Stadt. Seit 2014 ist die CDU wieder die stärkste Fraktion im Rat. Sie koaliert mit den Grünen.

Die vorrangige Aufgabe für Politik und Verwaltung wird die Konsolidierung des Haushaltes sein. Ein weiteres Anliegen der Kommunalpolitik in den letzten Jahrzehnten war, der Stadt ein Zentrum zu geben und sie zusammenwachsen zu lassen. Die Verwirklichung dieses Zentrums zwischen Alt-Hürth und Hermülheim (?Hürth-Mitte? gehört zum Stadtteil Hermülheim) mit dem Einkaufszentrum Hürth Park, neuem Rathaus, Post, zwei Kirchen, zwei Gymnasien, zentraler Hauptschule, Schwimmbad und verdichteter Wohnbebauung, direkt neben dem bereits in den 1930er Jahren entstandenen Zentralstadion, ist Ausdruck dieser Bemühungen.

Die Stadtverwaltung ist in vier Dezernate unterteilt, von denen eines direkt dem Bürgermeister unterstellt ist. Der Stadtkämmerer verhängte aufgrund der prekären finanziellen Lage der Stadt am 23. Juli 2009 eine Haushaltssperre.<ref name="Pressemitteilung 23.07.2009">, Pressemitteilung der Stadt Hürth vom 23. Juli 2009, abgerufen am 13. August 2009, 19:45 MESZ</ref> Die problematische Situation ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt von 2007 bis 2009 von 40 auf erwartete 20 Millionen Euro gefallen sind.<ref name="Pressemitteilung 23.07.2009" />

Aus der Kreistagswahl im Jahr 2014 ging auch in Hürth die CDU mit 41,9 % wieder als stärkste Kraft hervor. Im Kreistag des Rhein-Erft-Kreises wird die Stadt Hürth durch die direkt gewählten Kreistagsmitglieder Willi Zylajew, Frank Rock, Otto Winkelhag und Gerd Fabian (CDU) sowie durch die über die jeweiligen Listen eingezogenen Kreistagsmitglieder Bert Reinhardt, Oliver Scheffler und Klaus Lennartz (SPD), Nicole Kolster, Horst Lambertz und Dr.?Friederike Seydel (Grüne) sowie Martina Thomas (LINKE) vertreten.

Stadt- beziehungsweise Gemeindedirektoren

Bis 1999 wurde die Stadtverwaltung von einem hauptamtlichen Stadtdirektor geleitet, der vom Rat gewählt wurde. Das Amt des Bürgermeisters war bis dahin ein Ehrenamt, beide Funktionen verschmolzen im Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters, der direkt von der Bevölkerung gewählt wird.
Stadt- beziehungsweise Gemeindedirektoren seit 1946:

Gemeindedirektoren

Stadtdirektoren

Politik in den Stadtteilen

Die zwölf Hürther Stadtteile sind in neun Stadtbezirke gegliedert. Jeder Stadtbezirk hat einen Ortsvorsteher, der von der Partei vorgeschlagen wird, welche bei der Kommunalwahl im Stadtbezirk den höchsten Stimmenanteil erzielt. Seit 2014 stellt die CDU sieben Ortsvorsteher (Thomas Fund in Alt-Hürth/Knapsack, Peter Prinz in Alstädten-Burbach, Gerd Fabian in Berrenrath, Raimund Westphal in Fischenich, Otto Winkelhag in Stotzheim/Sielsdorf, Hans-Josef Lang in Hermülheim/ Kalscheuren, Thomas Blank in Efferen), die SPD zwei (Frank Baer in Kendenich, Hannelore Pantke-Reinhardt in Gleuel).

Hoheitssymbole

Wappen

{{Wappenbeschreibung
|Kurzdarstellung= Stadtwappen von Hürth
|Blasonierung= Geteilt und oben gespalten; vorn oben in Schwarz ein rot bewehrter silberner Adler, hinten oben in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, unten in Rot ein halbes silbernes Zahnrad.
|Begründung = Das Wappen wurde am 26. Oktober 1934 durch Erlass des preußischen Staatsministeriums verliehen. Die ersten Anregungen für die Schaffung und Gestaltung eines Wappens gingen von dem Volksschulrektor, Heimatforscher und ehrenamtlichen Denkmalpfleger Arnold Hillen aus. Endgültig entworfen wurde es von dem Berliner Heraldiker Gustav Adolf Closs.
Es besteht aus drei Teilen:
  • ''Adler'': Der Adler ist dem Wappen der ''Ritter Hürth von Schöneck'' entnommen, wobei es sich allerdings um einen kuriosen historischen Irrtum handelt. Zur Zeit der Wappenverleihung ging man davon aus, dass das Eifeler Geschlecht ''derer von Schöneck'' aus der im 13. Jahrhundert mehrfach erwähnten Familie der ''Ritter de Hurte'' hervorgegangen sei. Letztere sind jedoch offenbar früh ausgestorben und die Eifeler haben mit den Hürthern in Wahrheit überhaupt nichts zu tun. Der Hürther Heimatforscher Clemens Klug fand es daher schon 1961 bedauerlich, dass der silberne Adler des Geschlechtes Hürth von Schöneck in das Wappen der Gemeinde gelangte. Aber inzwischen ist auch dieser Irrtum ja schon wieder Geschichte, weshalb das Wappen sicher nicht mehr geändert wird und auch nicht geändert werden sollte.
  • ''Schwarzes Kreuz'': Das Kreuz des Kurfürstentums Köln, zu dem die meisten Hürther Stadtteile seit dem Mittelalter über mehrere Jahrhunderte bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794 gehörten. Wegen dieses Kreuzes wollten die nationalsozialistischen Behörden das Wappen zunächst nicht genehmigen, da christliche Symbole damals nicht gern gesehen wurden. Das Staatsarchiv Düsseldorf rettete den Entwurf, indem es in seiner Stellungnahme pfiffig erklärte, dass es sich bei dem Kreuz in Wahrheit gar nicht um das des Kölner Erzbischofs, sondern um das des Deutschen Ordens handele, der von 1256 bis 1802 in Hermülheim eine Kommende besessen hatte. Da dieser deutsche Orden nach dem Ende der Kreuzzüge vor allem die Kolonisierung und Germanisierung des späteren deutschen Ostens (West- und Ostpreußen) betrieben hatte, was die Nazis ja bekanntlich weiter nach Osten fortzusetzen gedachten, konnte das Wappen nun genehmigt werden.
  • ''Silbernes halbes Zahnrad'': Es symbolisiert die Hürther Groß- und Schwerindustrie, welche mit dem Bau der ersten Brikettfabriken 1885 durch Moritz Wilhelm Ribbert ihren Anfang nahm und das Wirtschaftsleben der Stadt zumindest teilweise nach wie vor bestimmt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Hürth eine ausgesprochene Industrie- und Industriearbeitergemeinde mit zahlreichen Braunkohlegruben und Brikettfabriken, einer bedeutenden chemischen Industrie sowie dem 1914 errichteten Goldenberg-Kraftwerk, dem seinerzeit größten und modernsten Braunkohlekraftwerk Deutschlands.

}}
<gallery class="float-right">
Banner Huerth.svg|Banner
Flagge Huerth.svg|Hissflagge
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Flagge

Der Stadt Hürth ist ferner mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 24. Februar 1984 das Recht zur Führung einer Flagge verliehen worden.

Beschreibung der Flagge: ?Von Rot und Weiß im Verhältnis 1:1 längs gestreift, darauf zur Stange verschoben das Wappen der Stadt. Die Flagge kann in Form eines Banners und einer Hissflagge geführt werden.?

Verkehr

Vereine

Sportvereine

Mit ganzen acht Vereinen ist Fußball die dominierende Mannschaftssportart in Hürth. Klassenhöchster Fußball-Verein ist derzeit der ?FC Hürth?, der seit der Saison 2008/09 in der Mittelrheinliga, einer von drei fünftklassigen Verbandsligen direkt unterhalb der westdeutschen Fußball-Regionalliga, spielt.

Mit dem ?Rugby-Club 1960 Hürth? existiert in der Stadt zudem einer der größten rheinischen Rugby-Vereine, der in der Vergangenheit in der ersten Rugby-Bundesliga spielte und zahlreiche Spieler für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft stellte. Die erste Mannschaft des Rugby-Vereins spielt derzeit in der nordrhein-westfälischen Regionalliga. Das 2005 erweiterte Vereinsheim des ?RC Hürth? dient außerdem als Landesleistungsstützpunkt des nordrhein-westfälischen Rugby-Verbandes.

Im April 1930 wurde das Hürther Schwimmbad eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Das Interesse der Bevölkerung schlug sich in der Gründung der beiden Schwimmvereine ?Freie Wassersportvereinigung Groß Hürth? und ?BC Sparta? nieder. Ziel beider Vereine war die Ausbildung von Nichtschwimmern und die Weiterbildung für Schwimmer. Trotz damaliger geringer Freizeit ? infolge also wenig Übungsstunden ? wurden schon bald Sportmannschaften gegründet, die erste Turniere und Schwimmfeste durchführten. Schon 1931 kamen von der ?Freien Wassersportvereinigung Groß Hürth? sowie der Hürther Ortsgruppe der DLRG erste Rettungsschwimmer für den Rettungsdienst am Rhein im Kölner Stadtbezirk Rodenkirchen zum Einsatz. Auch die zulässige Besucherzahl für das Schwimmbad wurde erstmals überschritten.

Die Radrennbahn Hürth von 1938 war schon die zweite Anlage. Sie wurde genutzt bis 1990. In Hürth gab es vier Radsportvereine (heute noch drei) und den Steherrennen-Amateurweltmeister Jean Breuer.

Sportlich treten des Weiteren heute vor allem die ?Hürther Rudergesellschaft?, der ?Hürther Schwimmclub?, der ?Berrenrather Billardclub?, ?Budo-Sport YAMATO Hürth?, der ?? und der ?Sportkeglerverein Hürth? sowohl durch hervorragende Leistungen einzelner Sportler wie auch der Höhe der Spielklasse hervor. Der ?THC Hürth? bietet den Tennis- und Hockeyfreunden beste Trainingsbedingungen. Daneben gibt es zahlreiche weitere Sportvereine unterschiedlichster Prägung.

Sonstige Vereine

In fast jedem Ortsteil gibt es gleich mehrere Karnevalsgesellschaften oder karnevalistisch aktive Stammtische und Nachbarschaften. Die ältesten sind wohl die ''Große Gleueler KG. von 1912'', die ''Große Knapsacker KG.'' von 1935, die KG Hürther Funken ?blau-weiss? von 1938 e.?V. und die Prinzengarde Rot-Weiß Hürth von 1947 e.?V. Eine große Gründungswelle gab es Mitte der 1970er-Jahre.

In den größeren Orten gibt es Schützenbruderschaften. Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Hürth-Hermülheim veranstaltete im Jahre 2012 das Bundesschützenfest des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Köln e.?V mit über 20.000 Schützen.

Einer der ältesten Spielmannszüge ist das Tambourcorps 1921 Hürth-Gleuel e.?V. In Berrenrath pflegt die Maigesellschaft seit mehreren hundert Jahren ihr Brauchtum des ''Maispölls''.

Als Beispiel für einen Verein, der eine der vielen Zuwanderungsgruppen vertritt, sei TüKSEM e.?V (Türkisches Kultur-, Kunst- und Bildungszentrum) genannt, der schon seit 1985 den türkischen Migranten hilft, ihrer Kultur näher zu kommen. Der Verein ist mit seinen Künstlern schon zweimal in der Philharmonie Köln und auch auf vielen verschiedenen europäischen Bühnen aufgetreten.

Weiter gibt es in Hürth mehrere Brunnenvereine: in Berrenrath, Alstädten-Burbach und Gleuel.

Seit 2002 gibt es in Hürth die Musikinitiative ''Hürth Rockt e.?V.'', die vor allem junge Bands aus Hürth unterstützt. Sie veranstaltet jährlich das Musikfestival ?Rock am Teich? auf dem Platz vor dem Hürther Bürgerhaus. Sie wurde 2011 mit dem ''Liberalen Preis'' der FDP Hürth sowie 2012 mit dem städtischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Weitere Vereine sind auf den Stadtteilseiten aufgeführt.

Literatur

  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Der Landkreis Köln, Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0 (Berrenrath S. 15f; Efferen S. 113 ff.; Fischenich S. 121 ff.; Gleuel S. 131 ff.; Hermülheim S. 144 ff.; (Alt-)Hürth S. 148 ff.; Kendenich S. 152 ff.; Stotzheim S. 184 f.)
  • Clemens Klug: ''Hürth ? wie es war, wie es wurde'', Steimel Verlag, Köln o.?J. (1962)
  • Clemens Klug: ''Hürth ? Kunstschätze und Denkmäler'', Hürth 1978
  • Kölnische Rundschau (Hrsg.): ''25?Jahre Großgemeinde Hürth'', Festgabe der Kölnischen Rundschau, 65 S. Köln o.?J. (1955)
  • Herbert Sinz: ''Auf der grünen Wiese''
  • Herbert Sinz, Heinrich Schnitzler: ''Hürth in alten Bildern, Ein Familienalbum der Stadt'' Gronenberg Verlag, Gummersbach 1980, ISBN 3-88265-052-4, 168 S.
  • Heinrich Schnitzler: ''50 Jahre Ortsgemeinschaft Hürth-Gleuel'' (1985)
  • Helmut Neßeler: ''Hürth, wie es früher war'', Wartberg Verlag, Gudensberg, 1999, ISBN 3-86134-585-4
  • Hans J. Rothkamp: ''Hürther Geschichten, eine Zeitreise'', Sutton Verlag, Erfurth 2007, ISBN 978-3-86680-208-7 (128 S. mit 180 Bildern aus 12 Stadtteilen von der Kaiserzeit bis in die 1970er Jahre)
  • Hans Duell: ''2000 Jahre Efferen im Wandel der Zeit'', Hürth o.?J. (1990) 158 S.
  • Elmar Brohl: ''Hermülheim und der Deutsche Orden'', Hürth o.?J. (1975) 220 S.
  • Heimat und Kulturverein e.?V., Hürth (Hrsg.): ''Hürther Heimat, Zeitschrift für Geschichte, Kultur und Heimatkunde'' ab Nr. 1 Hürth 1964
  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.): ''Stadt Hürth'' von Manfred Faust, 3. völlig neu bearbeitete Auflage, Köln 1993, Rheinische Kunststätten, Heft 36, ISBN 3-88094-726-0. RK-Heft Nr. 36 (1. Aufl. Heft 3?4, 1968, 2. 1981)
  • Manfred Faust: ''Geschichte der Stadt Hürth'', hg. vom Heimat und Kulturverein Hürth, Köln, J. P. Bachem Verlag, 2009 ISBN 978-3-7616-2282-7
  • Raymund Gottschalk: ''Römer und Franken in Hürth'', Verlag Rudolf Habelt, Bonn 2014 ISBN 978-3-7749-3928-8

Weblinks

Einzelnachweise

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